Höchste Eisenbahn! Start in das Veranstaltungsjahr 2015

 

Das vielseitige Jahresprogramm 2015 der Museen und Kultureinrichtungen des Bezirks Schwaben ist neu erschienen

 

Augsburg (pm). Das Jahresprogramm 2015 bringt Sehens-, Hörens- und Wissenswertes rund um Schwabens Kultur und Geschichte. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert stellte gemeinsam mit allen Einrichtungsleitern in Augsburg das vielseitige Kulturprogramm vor.

 

Ausweitung der Kulturförderung

Neu in die Förderung aufgenommen wurden auch historische Vereine, Kultur- und Heimatvereine, die sich um die Kulturpflege und die Pflege der Bräuche besonders verdient machen. Auch die Trachtenförderung will der Bezirk wieder erproben und hilft bei einer Neuausstattung von Gruppen mit einer schwäbischen Tracht. Für Reichert zeigt ein lebendiges, kulturelles Umfeld, „dass sich hier Menschen engagieren!“ Das geschieht seiner Ansicht zum Beispiel in Vereinen, die „als großartige Ideenschmieden Heimatpflege im wahrsten Sinne betreiben und auch leben“.

 

Die Museen des Bezirks Schwaben zeigen vom Frühjahr bis in den Herbst interessante Sonderausstellungen. Vielfältige museumspädagogische Angebote für Kinder, Erwachsene und Senioren sprechen ein breites Publikum an, vom Kenner bis zur Schulklasse. Beliebt und immer gut besucht sind die thematisch im Jahreskreis eingebetteten Museumsfeste der Museen in Oberschönenfeld, Maihingen und Illerbeuren. Weitere kulturelle Einrichtungen wie die Volkmusikberatung, die Trachtenkulturberatung und das Schwäbische Jugendsinfonieorchester vermitteln facettenreich Kultur und Lebensweise in Schwaben. Von klassischen und geistlichen Konzerten bis zum beliebten Volksliedsingen im Wirtshaus reichen die musikalischen Veranstaltungen. Bälle, Trachtenmärkte, Publikationen und eine Vielfalt an Kursen runden das Angebot ab. Neu herausgegeben wurde der Kultur-Veranstaltungskalender 2015. Er verschafft bei dieser Fülle den besten Überblick.

 

 

300 Jahre Alltagskultur interaktiv zu erleben

Der Museumsausbauplan macht die Bezirksmuseen fit für die Zukunft: Im Frühjahr eröffnet das Rieser Bauernmuseum Maihingen (Landkreis Donau-Ries) seinen komplett neu entworfenen Dauerausstellungsbereich im ehemaligen Brauhaus. Ein barrierearmer Rundgang führt auf 1.300 qm in vier Etagen durch „300 Jahre Alltagskultur im Ries“. Auf die frühere Wohnkultur verweist die beeindruckende Sammlung bemalter Möbel (ab 1660). Höhepunkte der Ausstellung sind ein Krämerladen und ein Milchgeschäft aus den 20er Jahren sowie ein Damen- und Herrensalon aus den 50er Jahren mit ihren originalen Einrichtungen. Mit welchen einfachen Mitteln Eltern und Großeltern anno dazumal vom Arzt-, Zahnarzt, von der Hebamme und in einer Apotheke geholfen werden konnte, zeigen weitere Rauminszenierungen. Die moderne Gestaltung mit interaktiven Medien hält manche Überraschung für junge und ältere Nutzer bereit. Eine Sonderausstellung führt die Besucher hinter die Kulissen der Baumaßnahmen und lässt sie an der Planung und Umsetzung des Großprojektes teilhaben. (15. März bis 10. November; Eröffnung des Dauerausstellungsbereichs voraussichtlich im Frühjahr 2015)

 

„Höchste Eisenbahn!“

Das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönenfeld (Landkreis Augsburg) macht in diesem Sommer mobil! „Höchste Eisenbahn! - Mobilität für alle?“ heißt die kommende Sonderausstellung. 1840 - vor genau 175 Jahren - wurde die Bahnverbindung zwischen München und Augsburg fertiggestellt und damit eine neue Zeit eingeläutet. Die Eisenbahn bedeutete eine enorme Fahrtzeitverkürzung für diese Strecke von zehn auf zweieinhalb Stunden bei wesentlich mehr Komfort. Fortbewegung wurde nun endlich auch für große Teile der Bevölkerung bezahlbar und brachte eine bis dato nicht gekannte Mobilität - auch im Güterverkehr als Wegbereiter der Industrialisierung. Verkehrsmittel vom Schlitten, Fahrrad, Postbus und die Staudenbahn sorgen in der ländlichen Region für mehr Mobilität. Hinterfragt wird auch, was Mobilität in Zeiten weltweiter Vernetzung heute für uns bedeutet. Kleinen und großen Modelleisenbahnfreunden wird das Herz aufgehen beim Betrachten eines Teilstücks der Staudenbahn rund um den Bahnhof Fischach: Dieser Blickfang ist im Maßstab 1:87 mit viel Liebe zum Detail in der Ausstellung zu bewundern! (22. März bis 18. Oktober)

 

Erster Medienkrieg

In der Hammerschmiede und Stockerhof Naichen (Landkreis Günzburg) erinnert die Sonderausstellung „Siegt, spendet, schreibt an die Front! Plakate aus dem Ersten Weltkrieg“ an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Dieser Krieg war zum ersten Mal auch ein Medienkrieg, ein Krieg der Bilder. Die Plakate kommen aus der Plakatsammlung des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld und wurden 2014 dort gezeigt

Wegen der starken Nachfrage sind sie jetzt in variierter Form und um dreidimensionale Objekte ergänzt in Naichen zu sehen. (10. Mai bis 8. November)

 

Flüchtlingskindheit

Das Thema Flüchtlinge ist heute aktueller denn je: Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen 12 Millionen Deutsche unfreiwillig ihre Heimat. Zurzeit sind weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Darunter waren damals und sind auch heute wieder viele Familien mit Kindern. Wie Kinder um 1945 und heutzutage Flucht und ihren Neustart erleb(t)en, erzählt die Sonderausstellung „Neustart. Heimatvertriebenen- und Flüchtlingskindheit“ auf Schloss Höchstädt (Landkreis Dillingen). Erinnerungsstücke und Berichte von Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland und der Bukowina lassen ein anschauliches Bild vom Gehen, Ankommen und Bleiben entstehen. In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Augsburg hat die Fotografin Christina Bleier Kinder, die mit ihren Familien in Flüchtlingsunterkünften in Augsburg leben, mit der Kamera begleitet und sie angeleitet, ihren Alltag in Form von Fotos festzuhalten. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die auch multimedial erlebbare Ausstellung. (1. April bis 4. Oktober)

 

Baufortschritt im Schützenkompetenzzentrum

Das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren (Landkreis Unterallgäu) wartet zum 60jährigen Jubiläum mit einem vielfältigen Programm auf. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende am 13./ 14. Juni. Dazu bereichern verschiedene Aktionstage das Freizeitangebot im ältesten Freilichtmuseum Bayerns, wie am „Tag der Tracht“ (11. Juli) und am „Tag der Volksmusik“ (12. Juli). Die beschauliche Gemütlichkeit inmitten der 36 alten Häuser mit ihren detailreichen Einrichtungen, den Tieren, Feldern und Gärten wird dabei stets gewahrt. Ein prall gefülltes Programm lockt mit Kursen u. a. im Korbflechten, Mähen und Dengeln sowie in Kräuterkunde. Auch werden die ersten Stationen eines eigenen „Kinderpfades“ realisiert. Am 2. August steigt das große „Kinderfest“.

 

Wirtshaussingen

Das Programm der Volksmusikberatung animiert mit geselligen Veranstaltungen zum gemeinsamen Singen, Tanzen und Musizieren. Lehrgänge und Fortbildungswochenenden locken die Wissbegierigen. Der Volksmusikberater für Schwaben berät auch bei Problemen mit der Verwertungsgesellschaft Gema. Ihr 25jähriges Bestehen feiert die Krumbacher Einrichtung mit einer Veranstaltungsreihe im September: Sie beginnt mit einem ´Großen Wirtshausabend´ am 12. September. „Nicht ganz ohne Hintersinn“, erklärt der Volksmusikberater für Schwaben, Christoph Lambertz, „denn die Volksmusik möchten wir nicht nur auf Bühnen ´vorführen´, sondern wollen, dass Volksmusik auch an ihrem Entstehungsort, dem Wirtshaus, wieder ihren Platz findet und von den Gästen beim Mitsingen und Mittanzen ganz unmittelbar erlebt werden kann.“ Höhepunkt ist der Festabend im Krumbacher Stadtsaal am 26. September. Gruppen und Personen, welche die Arbeit der Volksmusikberatungsstelle über viele Jahre hinweg in ihrer Region unterstützt haben, werden von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert mit dem Volksmusikpreis der „Schwäbischen Nachtigall“ ausgezeichnet.

 

Ein Wochenende voller Trachtenkurse

Reichlich neuen Stoff liefert auch die Trachtenkulturberatung für die Modesaison 2015 und bietet dazu ein tolles Schneider- und Handarbeiten-Kursprogramm für Anfänger und Könner. Die Kurse laufen im Krumbacher Stammhaus, im Rieser Bauernmuseum Maihingen (Landkreis Donau-Ries), im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren (Landkreis Unterallgäu) und im Staatlichen Textilmuseum Augsburg TIM. Kreative Kursleiter geben dabei Anleitungen und Profitipps zu den schier unerschöpflichen Techniken beim Rüschen nähen oder Knöpfe umspinnen. Fantasiereich verhelfen sie gerne auch dem selbstgenähten oder mitgebrachten Gewand im Kurs mit einer „Dirndlaufhübschung“ zur eigenen Note. Als weitere Besonderheit kann ebenso ein sogenanntes „Knopfmacherzertifikat“ für alle geschickten Handarbeiterinnen ausgestellt werden, die in variantenreichen Techniken Posamentenknöpfe wickeln, sticken und weben können.

Das „Wochenende voller Trachtenkurse“ bietet allen, die über zu wenig freie Zeit verfügen, ein Kompaktangebot zum Schnuppern: Vier Kurse zu den Hauptthemen Rüschen, Leibchen, Biedermeiermieder und Knöpfe wickeln werden in Krumbach am 11. und 12. April unterrichtet. Der beliebte Trachtenmarkt mit Trachtenbörse findet am 11./12. Oktober statt.

 

Wirtschafts- und Industriegeschichte des Strumpfes

Ein breit angelegtes Aufgabenfeld erschließt die Heimatpflege des Bezirks Schwaben. Umfangreich ist die Unterstützung zu Fragen der Denkmalpflege für private und öffentliche Eigner, ebenso die Pflege und Förderung der schwäbischen Literatur. Jährlich wird im Frühjahr der Denkmalpreis, im November der Literaturpreis vergeben. Regelmäßig veranstaltet die Heimatpflege wissenschaftliche Tagungen. Zum größten Teil werden sie im Schwäbischen Tagungs- und Bildungszentrum Irsee (Landkreis Ostallgäu) veranstaltet. Referiert wird über „Ortsgeschichtliche Sammlungen“ und die „Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben“. Ende September gibt es zur „Wirtschafts- und Industriegeschichte des Strumpfes in Deutschland und angrenzenden Regionen“ eine gemeinsam mit der Schwabenakademie Irsee und dem TIM (Textil- und Industriemuseum Augsburg) veranstaltete Fachtagung, berichtet Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl.

Für alle Laienbühnen in Schwaben sind die alljährlich stattfindenden Amateurtheaterseminare in Irsee eine gute Möglichkeit, den Austausch mit Gleichgesinnten zu suchen. Im Januar (30./31.) und November (6./ 7.) laufen Amateurtheaterseminare.

Ende Oktober steigt im Augsburger Sensemble Theater das „6. Schwäbische Theaterjugendfestival“. Im Amateurtheaterbereich fühlt sich die Heimatpflege besonders der Mundart verpflichtet: So wurden entdeckte Mundartstücke dem Vergessen entrissen und von schwäbischen Laientheatern auf die Bühne gebracht. Der Schwäbische Theaterkalender, ein Service der Heimatpflege, informiert als Online-Portal für die hiesigen Laientheaterbühnen über die vielfältigen Aktivitäten und über aktuelle Aufführungstermine.

Kostenfreie Bestellung der Jahresprogramme/ Kulturveranstaltungskalender unter 0821/3101-386 und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Als Downloads im Internet unter

www.bezirk-schwaben.de/kultur

 

 

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