Einen lang gehegten Lebenstraum wollte sich der 80jährige Schreinermeister Benedikt Steber, Gründungsmitglied und Ehrenvorstand des Heimat- und Volkstrachtenvereins Scheuring, mit dem Errichten eines Feldkreuzes auf Scheuringer Flur erfüllen. Auch dessen Vater, von Beruf Zimmermann, hatte im Rahmen einer Flurbereinigung etwa um 1950 eines von fünf Feldkreuzen errichtet und den Sohn damals dazu mitgenommen. Die Umsetzung dieses Vorhabens wollte er nun endlich angehen.

Ein aus der Nachkriegszeit stammendes Eisenkreuz am Ortseingang war im Laufe der Jahrzehnte recht unansehnlich geworden und lud niemanden mehr zum Innehalten ein. Es war dem Schreinermeister deshalb ein Anliegen, diesem Kreuz einen anderen Platz zu geben und stattdessen an gleicher Stelle ein neues Holzkreuz zu errichten.

Monatelange Überlegungen gingen voraus, bevor in der Werkstatt der Schreinerei das erste Holz, erstmal für die Längs- und Querbalken, gesägt und gehobelt wurde. Hand in Hand gingen dann die nächsten Arbeitsschritte voran, wie zum Beispiel das Aussuchen des Christus-Korpus', das Herstellen des Fundaments, das Fertigen der Halterungskonstruktion oder des Kupferdächles. Auch die alte knorrige Bepflanzung am Eisenkreuz musste zeitaufwändig entfernt werden. Die Liste der Helfer, die entweder mit Arbeitskraft oder Geldspenden das Vorhaben unterstützt haben, ist lang. Ohne diese Unterstützung wäre die Aufstellung des Feldkreuzes kaum möglich gewesen.

Im Anschluss an einen Bittgottesdienst, der unter freiem Himmel stattfand, wurde das von zwei Hainbuchen eingerahmte neue Feldkreuz von Herrn Pfarrer Kahnert am 14.05.21 gesegnet. Es gab nicht viele sonnige Tage im Monat Mai, aber am Tag der Einweihung hatte der Herrgott ein Einsehen und schickte warme Sonnenstrahlen vom Himmel herab.

Am östlichen Ortseingang von Winkl her kommend empfängt nun das neue Kreuz die Scheuringer Bürger sowie die Durchfahrenden und lädt dazu ein, kurz anzuhalten und vielleicht auf ein stilles Gebet zu verweilen.

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