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Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Heimat- und Trachtenerhaltungsvereins Wemding feierte der Gauball in diesem Jahr sein großes Comeback. Am Samstag, den 24. Oktober 2026, fanden sich die Trachtlerinnen und Trachtler unseres Gauverbandes in der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein in Wemding ein, um gemeinsam mit einem feierlichen Festgottesdienst in diesen besonderen Abend zu starten.
Die Kulisse? Malerisch.
Noch bevor die dreizehn Fahnenabordnungen der Vereine, angeführt von der Gaustandarte, in die Kirche einzogen, konnten einige Minuten der Stille genossen werden. Zeit, um innezuhalten, den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen und sich auf den bevorstehenden Gottesdienst einzustimmen. Untermalt wurde diese besondere Atmosphäre vom sanften Plätschern des Brunnenaltars in der prunkvollen Wallfahrtskirche, der dem Gotteshaus einen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter verleiht.
Der anschließende Festgottesdienst wurde musikalisch vom neu gegründeten Gauchor sowie von der Feichtecker Stubenmusi gestaltet. Gemeinsam schufen sie einen feierlichen Rahmen.
Besonders in Erinnerung blieb auch die Predigt, in der deutlich wurde, welch wertvollen Schatz unser Brauchtum darstellt. Anhand eines persönlichen Beispiels wurde erzählt, was eine Mutter ihrer ältesten Tochter weitergegeben hatte: ein in Samt eingeschlagenes Gebetbuch mit beschlagenen Metallecken sowie einen schönen Rosenkranz. Zwei Gegenstände, die weit mehr sind als bloße Erinnerungsstücke. Sie tragen Geschichten in sich, stehen für den eigenen Glauben und verbinden Generationen miteinander.
Auch bei uns Trachtlerinnen und Trachtlern findet sich der Rosenkranz häufig als Bestandteil der Tracht wieder. Er ist damit nicht nur ein Schmuckstück, sondern erinnert zugleich an unsere Wurzeln, unseren Glauben und die Werte, die uns über Generationen hinweg mitgegeben wurden.
Dieses Beispiel machte deutlich, dass Brauchtum etwas überaus Wertvolles ist. Es entsteht durch das, was uns unsere Eltern und Großeltern vorleben und weitergeben, durch Geschichten, Gegenstände und Traditionen, die einen festen Platz in unserem Leben finden. Doch damit dieser Schatz nicht verloren geht, müssen wir ihn bewahren, pflegen und vor allem auch an die nächsten Generationen weitergeben. Denn nur, wenn wir unsere Traditionen mit Leben füllen und unsere Begeisterung dafür teilen, können sie auch in Zukunft Bestand haben.
Ein Gedanke, der gerade für uns Trachtlerinnen und Trachtler eine besondere Bedeutung hat. Schließlich tragen wir mit unserer Tracht, unseren Tänzen, unserer Musik und unserem gelebten Glauben ein Stück Heimat und Geschichte in die Zukunft.
Abschluss fand der Gottesdienst mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“, zu dem die Fahnenabordnungen ihre Fahnen präsentierten . Ein bewegender Moment, der die Verbundenheit der Trachtlerinnen und Trachtler untereinander und mit ihrer gemeinsamen Tradition einmal mehr spürbar machte.
Ein Abend ganz im Zeichen der Tracht und der Gemeinschaft
Im Anschluss an den Gottesdienst fanden sich die Trachtlerinnen und Trachtler im Saal des Wallfahrtswirtes ein, wo der eigentliche Gauball seinen Lauf nahm. Traditionsgemäß wurde der Abend mit dem Auftanz eröffnet. Darauf folgten der Gautanz sowie der Gauschlag, mit denen die Trachtler gleich zu Beginn zeigten, was unser Brauchtum ausmacht: gelebte Tradition, Gemeinschaft und die Freude am gemeinsamen Tanzen und Platteln.
Nach der Begrüßung der anwesenden Gäste durch den 1. Gauvorstand Heiko Schnitzler sowie der Vorstand des Wemdinger Trachtenvereins richtete auch der Wemdinger Bürgermeister Martin Drexler ein Grußwort an die Festgesellschaft. Dabei hob er insbesondere das Engagement der Trachtlerinnen und Trachtler sowie den Mehrwert ihres ehrenamtlichen Wirkens für die Bewohnerinnen und Bewohner Wemdings hervor. Denn Vereine wie der Heimat- und Trachtenerhaltungsverein leisten weit mehr, als Traditionen zu bewahren. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Begegnungen über Generationen hinweg und tragen dazu bei, dass Brauchtum auch in Zukunft lebendig bleibt.
Ehrungen für besondere Verdienste
Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen verdienter Mitglieder unseres Gauverbandes. Sabine Wiedemann, Stefanie Brenner und Karl Bader wurden mit dem Gauehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung wurde ihr langjähriger und unermüdlicher Einsatz für unseren Gauverband gewürdigt. Ihr Engagement zeigt, wie viel Zeit, Herzblut und persönlicher Einsatz notwendig sind, um unsere Trachtensache voranzubringen und das Vereinsleben aktiv mitzugestalten.
Besonders freuen durfte sich der Gauverband außerdem über drei neue Ehrenmitglieder: Alexandra Oppenländer, Horst Müller und Albert Kapfer. Sie alle haben unseren Gauverband über Jahrzehnte hinweg unterstützt, gefördert und mit unzähligen ehrenamtlichen Stunden geprägt. Durch ihren Einsatz, ihre Verbundenheit und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, haben sie einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung unseres Gauverbandes geleistet.
Solche Ehrungen sind nicht nur eine Anerkennung für das bisher Geleistete. Sie sind auch ein Zeichen dafür, wie wichtig Menschen sind, die sich über viele Jahre hinweg für eine gemeinsame Sache einsetzen. Menschen, die anpacken, ihre Erfahrung weitergeben und dafür sorgen, dass unsere Traditionen nicht in Vergessenheit geraten, sondern von der nächsten Generation weitergetragen werden.
Die Bezirke zeigen, was in ihnen steckt
Besonders schön anzusehen waren an diesem Abend die Auftritte der verschiedenen Bezirke, die einen großen Teil des Programms gestalteten. Jeder Bezirk präsentierte zwei unterschiedliche Tänze, die bereits Wochen zuvor gemeinsam einstudiert und geprobt worden waren. Dabei wurde deutlich, wie viel Vorbereitung, Abstimmung und Gemeinschaft hinter den einzelnen Auftritten steckt.
Jeder Tanz brachte seine eigenen Besonderheiten mit und zeigte auf eindrucksvolle Weise die Vielfalt unseres Gaugebietes. Die unterschiedlichen Trachten, die abwechslungsreichen Tanzfiguren und das harmonische Zusammenspiel der Gruppen sorgten für ein buntes und lebendiges Bild auf der Tanzfläche. Gleichzeitig boten die Bezirksauftritte eine wunderbare Gelegenheit, das Können der einzelnen Gruppen zu zeigen und die Gemeinschaft über die Grenzen der eigenen Vereine hinaus zu stärken.
Denn genau das macht unsere Gauveranstaltungen so besonders: Jeder Verein und jeder Bezirk bringt seine eigenen Stärken und Besonderheiten mit. Zusammen ergibt sich daraus ein vielfältiges Ganzes, das von der Begeisterung und dem Engagement seiner Mitglieder lebt.
Die Tanzfläche bleibt nicht leer
Natürlich durften auch das gemeinsame Tanzen und Platteln an diesem Abend nicht zu kurz kommen. Die Sendener Tanzlmusi sorgte mit einem abwechslungsreichen Repertoire für beste Stimmung. Von schwungvollen Walzern über flotte Polkas bis hin zu schneidigen Plattlern war für jeden etwas dabei. So blieb die Tanzfläche zu keinem Zeitpunkt lange leer, und die Trachtlerinnen und Trachtler nutzten die Gelegenheit, selbst das Tanzbein zu schwingen.
Zwischen den einzelnen Programmpunkten blieb außerdem genügend Zeit für Gespräche, Begegnungen und das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Es wurde gelacht, miteinander geratscht und natürlich auch die ein oder andere Runde getanzt. Gerade diese ungezwungenen Momente machen einen solchen Abend aus. Sie zeigen, dass der Gauball nicht nur eine Veranstaltung mit festem Programm ist, sondern vor allem ein Treffen von Menschen, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet.
Als stiller Betrachter konnte man die Lebensfreude, den Spaß und das Brennen für das bayerische Brauchtum förmlich aufsaugen. Überall begegnete man Menschen, die mit Begeisterung dabei waren und ihre Traditionen mit Stolz lebten. Durch die Vielfalt der Trachten aus unserem Gaugebiet ergab sich ein äußerst buntes Bild, das die Besonderheiten der einzelnen Regionen sichtbar machte und zugleich zeigte, was uns alle miteinander verbindet.
Den gebührenden Abschluss fand der Abend mit dem gemeinsamen Schlussreigen „Ade zur guten Nacht“. Ein stimmungsvoller Ausklang eines gelungenen Gauballes, der noch einmal alle zusammenbrachte und den Abend in geselliger Runde abrundete.
Resümee und Ausblick
Wenn man auf diesen Abend zurückblickt, bleibt vor allem eines hängen: Wie viel möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Von der Vorbereitung über die musikalische Gestaltung bis hin zu den Tänzen und dem geselligen Beisammensein haben viele fleißige Hände dazu beigetragen, dass der Gauball in Wemding zu einem rundum gelungenen Fest werden konnte.
Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt deshalb dem Heimat- und Trachtenerhaltungsverein Wemding, der uns die Möglichkeit gegeben hat, gemeinsam mit ihnen ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum zu feiern und diesen besonderen Ehrentag im Rahmen unseres Gauballes mitzugestalten. Ein ebenso großer Dank gilt allen Mitwirkenden, Musikanten, Tänzerinnen und Tänzern, den Fahnenabordnungen sowie allen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben.
Es war schön zu sehen, wie viele Trachtlerinnen und Trachtler zusammengekommen sind, um unser Brauchtum zu leben, zu pflegen und miteinander zu feiern. Solche Veranstaltungen zeigen immer wieder, dass Tradition nicht einfach nur bewahrt wird, sondern vor allem davon lebt, dass Menschen sie gemeinsam mit Leben füllen.
Und so dürfen wir auf einen rundum gelungenen Gauball zurückblicken, der einmal mehr gezeigt hat, wie viel Freude, Zusammenhalt und Begeisterung in unserem Gauverband stecken. Umso mehr freuen wir uns schon auf das nächste Wiedersehen!
Der nächste Gauball findet am 23. Oktober 2027 in Vöhringen statt.
